Weihnachten zu Hause

Liebe Gemeindeglieder,

weil in diesem Jahr nicht die üblichen großen Weihnachtsgottesdienste stattfinden können, möchten wir Ihnen einen Weihnachtsgottesdienst nach Hause bringen. Der Dezember- Ausgabe des KIB war eine „Lichttüte“ beigelegt, auf die in der Besinnung des Gottesdienstes Bezug genommen wird. Wenn Sie von außerhalb der Gemeinden Kirchfarrnbach/ Hirschneuses und Wilhermsdorf auf diese Seite gekommen sind, können sie sich von deren Aussehen ein Bild machen unter: der Homepage des Gottesdienst-Institutes

Sie können diese Lichttüte mit einem entsprechenden Leuchtmittel ausstatten und beim (gemeinsamen) lesen der Andacht auf einen Tisch stellen.

Sicherheitshinweis: Für den Gebrauch der Lichttüten ist zu beachten, dass diese ausschließlich mit LED-Kerzen verwendet werden sollten.

Sie können die Texte für sich lesen, oder gemeinsam eine Andacht in Ihrem Haushalt veranstalten.

An einigen Stellen des Gottesdienstes können Sie sich auch sogenannte Soundfiles anhören – das ist das Weihnachtsevangelium gelesen von den Pfarrern und die Lieder von Helga Weißfloch auf der Orgel der Wilhermsdorfer Hauptkirche eingespielt.

 


Begrüßung:

 

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Amen.

In dieser Nacht feiern wir, dass Gott zur Welt kommt. Das ist Grund zur Freude für die ganze Welt. 
So hat es der Engel in dieser Nacht in die Welt gerufen:
Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird;
denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids.

Eingangsgebet:

Heiliger Gott,
in dieser Nacht fällt ein Licht auf die Welt;
dein Licht,
das Licht der Welt;
Im Kind in der Krippe zeigst du der Welt dein Gesicht:
ein Gesicht voller Liebe.


Wir bitten dich:
Nimm weg alle Furcht und erfülle uns mit Freude.
Erbarme dich über alle Völker und lass alle Welt das Geheimnis des Lichts erkennen: Christus ist geboren!

 

Darum singen wir in dieser Nacht und loben dich mit allen Engeln.
Durch unsern Herrn Jesus Christus, deinen Sohn, der mit dir und dem Heiligen Geist lebt und gepriesen wird von Ewigkeit zu Ewigkeit.
Amen.

 

Weihnachtsevangelium (Lukas 2, 1-20)

 

zum vorlesen lassen

Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, dass alle Welt geschätzt würde.
Und diese Schätzung war die allererste und geschah zur Zeit, da Quirinius Statthalter in Syrien war.
Und jedermann ging, dass er sich schätzen ließe, ein jeder in seine Stadt.
Da machte sich auf auch Josef aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das jüdische Land zur Stadt Davids, die da heißt Bethlehem, weil er aus dem Hause und Geschlechte Davids war,
damit er sich schätzen ließe mit Maria, seinem vertrauten Weibe; die war schwanger.
Und als sie dort waren, kam die Zeit, dass sie gebären sollte.
Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge.
Und es waren Hirten in derselben Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihre Herde.
Und der Engel des Herrn trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie; und sie fürchteten sich sehr.
Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird;
denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids.
Und das habt zum Zeichen: Ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen.
Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen:
Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens.

 

Und als die Engel von ihnen gen Himmel fuhren, sprachen die Hirten untereinander:
Lasst uns nun gehen nach Bethlehem und die Geschichte sehen, die da geschehen ist, die uns der Herr kundgetan hat.
Und sie kamen eilend und fanden beide, Maria und Josef, dazu das Kind in der Krippe liegen.
Als sie es aber gesehen hatten, breiteten sie das Wort aus, das zu ihnen von diesem Kinde gesagt war.
Und alle, vor die es kam, wunderten sich über das, was ihnen die Hirten gesagt hatten.
Maria aber behielt alle diese Worte und bewegte sie in ihrem Herzen.
Und die Hirten kehrten wieder um, priesen und lobten Gott für alles, was sie gehört und gesehen hatten, wie denn zu ihnen gesagt war.

 

Glaubensbekenntnis

 

Lied „Stille Nacht“ (Im evangelischen Gesangbuch NR. 46)

zum Mitsingen

 

Gedanken zur Lichttüte:

(im Hintergrund steht die Verheißung aus dem Buch Sacharia 2, 14-17:

Freue dich und sei fröhlich, du Tochter Zion! Denn siehe, ich komme und will bei dir wohnen, spricht der HERR. Und es sollen zu der Zeit viele Völker sich zum HERRN wenden und sollen mein Volk sein, und ich will bei dir wohnen. – Und du sollst erkennen, dass mich der HERR Zebaoth zu dir gesandt hat. – Und der HERR wird Juda in Besitz nehmen als sein Erbteil in dem heiligen Lande und wird Jerusalem wieder erwählen. Alles Fleisch sei stille vor dem HERRN; denn er hat sich aufgemacht von seiner heiligen Stätte!)

Zwei Striche über Kreuz gemalt, dazwischen ein dicker Punkt. 

Mehr braucht es nicht, um unser menschliches Gehirn darauf zu bringen, dass das eine Krippe sein soll. Und zwar nicht irgendeine Futterkrippe, sondern die Krippe in Bethlehem. Zwei Striche und ein dicker Punkt. Und wir sehen gleich ein ganzes Bild, ja eine ganze Geschichte: in der Krippe liegt ein Kind; Gott als Kind.

In roter Farbe angedeutet, wer da schon an der Krippe steht: Maria und Josef, die Hirten daneben. Von oben kommt Licht und bestrahlt die Krippenszene. Oder geht das Licht vom Kind in der Krippe aus?

Wenn man ganz genau hinschaut, sieht man über der Krippe einen Stern. Ein Stern, der strahlt und doch selbst in Licht gehüllt ist. Ein Stern für die, die noch nicht da sind, die noch auf dem Weg sind. 

Zwei Striche und ein dicker Punkt, das ist für die einen nur das, was man sieht, für andere ein Kind, das Kind in der Krippe, menschgewordener Gott ganz klein. 

Menschen fühlen sich unterschiedlich nah dran an dem, was heute gefeiert wird. Das gefällt mir an dem Bild: dass mir nicht vorgeschrieben wird, was ich zu sehen und zu glauben habe. Es gefällt mir, dass es ein Geheimnis bleibt und ich mich nähern darf wie es gerade heute für mich richtig ist. Ich finde mich wieder in diesem Zwischenraum: zwischen Dunkel und Licht, zwischen nicht glauben können und glauben wollen; zwischen Sorge um diese Welt mit den Schicksalen, die sich hier abspielen und der Hoffnung, dass wir damit nicht allein gelassen sind:

Siehe, ich komme und will bei dir wohnen, spricht der Herr.

Zwei Striche und ein Punkt: es kann auch ein Mensch sein, der da tanzt. Tanzt vor Freude über die Hoffnung, die mit Weihnachten in die Welt gekommen ist. Die Hoffnung auf die Zukunft mit Gott, die sich schon bei den Propheten angekündigt ist: „Freue dich und sei Froh du Tochter Zion“ denn Jerusalem, die heilige Stadt soll kein Grund für Auseinandersetzungen zwischen den Religionen mehr sein, Kein Ort des Krieges, sondern der Ort, von dem der Frieden in der Welt ausgeht:

Denn siehe, ich komme und will bei dir wohnen. Und es sollen zu der Zeit viele Völker sich zum Herrn wenden und sollen mein Volk sein, und ich will bei dir wohnen.

Zwei Striche über Kreuz gemalt, dazwischen ein dicker Punkt. 

Vielleicht muss es Weihnachten werden, um mehr zu sehen, als objektiv da ist. Man kann in dieser kleinen Skizze auch einen Engel entdecken. Einen Engel, wie er auch auf der Rückseite zu sehen ist:  Er stellt sich vor mich hin, manchmal sogar in den Weg. Mein Engel breitet die Arme schützend aus und sagt im Auftrag Gottes: „Freue dich und sei fröhlich!“

Fast könnte man den Engel übersehen. Fast! Wäre da nicht die Geschichte mit den Engeln, die mit ihrer Verkündigung zu Weihnachten dazugehören, wie die Kerzen und Geschenke unterm Christbaum: „Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird: … Frieden auf Erden!“ 

Gott wohnt bei uns. Gott hat sich „aufgemacht von seiner heiligen Stätte“, vom „Himmel hoch“ und ist hier unter uns. Gott wohnt in Jerusalem und in Berlin; in Wilhermsdorf, in Kirchfarrnbach und in Hirschneuses; fast zu übersehen, wenn man nicht von Propheten oder Engeln darauf hingewiesen wird.  

Der Engel schaut mir über die Schulter, und zeigt mit dem Finger auf das Glück, das ich habe: große und kleine Menschen; ein gedeckter Tisch; Stille vor dem Sturm; ein warmes Bett, ein Dach über dem Kopf – Leben eben.

Der Engel sagt: „Siehe“ und lenkt meinen Blick auf die Krippe, auf das Kind darin. Und flüstert leise: Freue dich und sei fröhlich.

 

Gedanken zur Lichttüte als Video:

 

Lied: „O du fröhliche, o du selige“ (Im evangelischen Gesangbuch NR. 44)

 

zum mitsingen!

Fürbitten

Guter Gott,
an Weihnachten hast du uns deinen Sohn Jesus Christus gegeben.
In ihm bist du bei uns.
Sein Licht leuchtet in der Dunkelheit unserer Welt.
Wir preisen dich dafür und bitten dich:
Für alle Menschen,
die traurig sind,
die Angst haben,
die kein Verständnis finden,
die krank sind,
die hungern,
die leiden,
die auf der Flucht sind.
Sieh auf das Leid dieser Menschen.
Gib auch uns offene Ohren und Augen für diejenigen,
die uns brauchen.
Schenke uns Kraft, Gutes zu tun.
Das bitten wir dich durch deinen Sohn Jesus Christus,
unseren Herrn und Bruder.
Amen.

Vater Unser

 

Segen

Und der Herr segne uns.
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig.
Der Herr erhebe sein Angesicht auf uns und schenke und Frieden.

Amen